Ein Stück Papier am Wegesrand, eine Plastikflasche im Gebüsch oder ein illegal abgelagerter Müllsack – wilder Müll ist nicht nur unschön, sondern belastet Umwelt und Stadtbild. Mit der TrashHunter-App gibt es jetzt einen digitalen Ansatz, um solche Müllfunde sichtbar zu machen und Menschen zum gemeinsamen Handeln zu motivieren.
Die Idee hinter TrashHunter ist einfach: Wer unterwegs Müll entdeckt, kann ihn mit dem Smartphone fotografieren und über die App dokumentieren. Eine integrierte künstliche Intelligenz unterstützt dabei, den Fund einer Abfallkategorie zuzuordnen. Die gemeldeten Funde werden auf einer interaktiven Karte dargestellt. So entsteht Schritt für Schritt ein digitales Bild davon, wo und in welcher Form Müll im öffentlichen Raum anfällt.
Neben der reinen Meldung setzt TrashHunter bewusst auf Beteiligung. Nutzerinnen und Nutzer können Müll selbst beseitigen, Aufräumaktionen organisieren oder sich bestehenden Cleanups anschließen. Punkte, Levels und eine Rangliste sollen dabei einen zusätzlichen Anreiz schaffen. Aus einem alltäglichen Spaziergang kann so eine kleine Umweltaktion werden.
Auch der Kommunalservice Jena (KSJ) ist als Kooperationspartner mit an Bord. Der KSJ bringt dabei vor allem seine Erfahrung aus der täglichen Arbeit mit Abfällen und der Stadtreinigung ein. Diese fachliche Expertise ist für die Weiterentwicklung der App besonders wertvoll. Ein wichtiger Bestandteil der Zusammenarbeit ist die Verbesserung der automatischen Erkennung verschiedener Abfallfraktionen. Der KSJ kann als kommunaler Abfallexperte dabei helfen, die KI mit praxisnahen Informationen zu unterstützen und die Zuordnung von Abfällen künftig noch präziser zu machen. Ziel ist es, digitale Möglichkeiten und das Wissen aus der täglichen Praxis miteinander zu verbinden.
Für den KSJ ist die Zusammenarbeit dabei mehr als ein technisches Projekt. Digitale Werkzeuge können helfen, Informationen über Müllvorkommen zu bündeln und sichtbar zu machen. TrashHunter beschreibt hierfür beispielsweise sogenannte Müll-Hotspots und ermöglicht es, Daten über Fundorte auszuwerten. Damit können langfristig auch Erkenntnisse darüber gewonnen werden, wo besonders häufig Abfälle auftreten und wo Aufräumaktionen sinnvoll angesetzt werden können.
Eine App kann allerdings eines nicht ersetzen: Menschen, die Verantwortung übernehmen und tatsächlich anpacken. Der KSJ sorgt als kommunaler Dienstleister unter anderem für Abfallentsorgung und Straßenreinigung in Jena. TrashHunter kann diese Arbeit ergänzen, indem Bürgerinnen und Bürger stärker eingebunden werden und Müllfunde dort sichtbar werden, wo sie entstehen. Damit verfolgt die Kooperation einen einfachen Gedanken: Ein sauberes Jena ist eine gemeinsame Aufgabe.