Ab sofort stehen speziell entwickelte Aufkleber mit Brailleschrift für die gängigen Abfallfraktionen zur Verfügung.
Die Kennzeichnungen umfassen:
- Gelbe Tonne (Leichtverpackungen)
- Blaue Tonne (Papier/Pappe)
- Schwarze Tonne (Restabfall)
- Braune Tonne (Bioabfall)
Gemeinsam mit Martin Steglitz, Leiter Marketing & Vertrieb beim KSJ, sowie Beatrix Adloff von der Blinden- und Sehbehindertenverband Thüringen; Kreisorganisation Jena wurde der erste Aufkleber vor Ort an einer Abfalltonne angebracht. Die Aufkleber sind so konzipiert, dass sie an der Ober- oder Unterseite der Griffe von Zweiradtonnen angebracht werden können. Dadurch wird es Betroffenen ermöglicht, die jeweilige Tonne eigenständig und zuverlässig zu identifizieren. Auch für den Einsatz in Großwohnanlagen ist diese Lösung geeignet.
Darüber hinaus geht der Kommunalservice seit zwei Jahren einen Schritt weiter: Alle neu ausgegebenen Abfalltonnen werden standardmäßig mit entsprechenden Kennzeichnungen versehen. Diese Aufkleber sind geeignet, dass sie mit digitalen Lesehilfen erfasst und vorgelesen werden können. Zusätzlich werden die Tonnen weiterhin in den etablierten, farblich – oben genannt - klar unterscheidbaren Fraktionen ausgegeben. Diese Farben können sowohl von elektronischen Sehhilfen als auch von Farberkennungsgeräten erkannt werden. Die Braille-Aufkleber stellen somit ein ergänzendes Angebot dar, das bestehende Orientierungsmöglichkeiten sinnvoll erweitert und individuelle Bedürfnisse berücksichtigt.
Das Angebot der Braille-Aufkleber wird kostenfrei bereitgestellt. Interessierte können diese während der Öffnungszeiten des Wertstoffhofes im Bereich der Waage, Löbstedter Straße 56, abholen.
Stimmen zum Projekt
„Es sind oft die kleinen, durchdachten Lösungen, die im Alltag den Unterschied machen. Mit den Braille-Aufklebern schaffen wir eine einfache Möglichkeit, mehr Selbstständigkeit zu ermöglichen“, so Martin Steglitz.
„Barrierefreiheit beginnt dort, wo Menschen ihren Alltag selbstbestimmt gestalten können. Die Kennzeichnung von Abfalltonnen ist ein praktisches Beispiel dafür, wie mit überschaubaren Mitteln echte Teilhabe verbessert werden kann“, ergänzt Beatrix Adloff.
Der Blinden- und Sehbehindertenverband Thüringen engagiert sich seit vielen Jahren für die gleichberechtigte Teilhabe blinder und sehbehinderter Menschen. Neben Beratung und Interessenvertretung stehen dabei insbesondere alltagsnahe, praktische Lösungen im Fokus – wie die Förderung barrierefreier Angebote im öffentlichen Raum.