Straßenunterhaltung in Jena

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Bauhof- Camburger Straße

Am Donnerstagvormittag hat Christopher Helbig, Geschäftsbereichsleiter Tiefbau & Stadtraum beim Kommunalservice Jena (KSJ), die aktuelle Situation der Straßen in Jena eingeordnet und Fragen von Journalistinnen und Journalisten beantwortet. Die wichtigsten Punkte betreffen auch viele Bürgerinnen und Bürger direkt – vor allem mit Blick auf Schlaglöcher und Baustellen im Stadtgebiet.

Mehr Schäden nach dem Winter – woran liegt das?

Nach der kalten Jahreszeit zeigen sich auf vielen Straßen Schäden. Hauptursachen sind:

  • Frost-Tau-Wechsel, die den Asphalt aufsprengen
  • Wasser, das in kleine Risse eindringt
  • Streusalz und Verkehr, die den Straßenbelag zusätzlich belasten

Deshalb ist es üblich, dass im Frühjahr verstärkt repariert wird. Vorrang hat dabei immer die Verkehrssicherheit.

Warum werden manche Straßen komplett saniert – andere nur geflickt?

Für viele wirkt es auf den ersten Blick widersprüchlich: Eine Straße mit sichtbaren Schlaglöchern wird nur repariert, während eine andere scheinbar intakte Straße saniert wird. Der Grund liegt im Aufbau der Straße. Eine Straße besteht aus mehreren Schichten. Ist nur die oberste Schicht betroffen, kann sie gezielt erneuert werden. Sind jedoch auch die darunterliegenden Schichten beschädigt, hilft nur ein kompletter Neuaufbau – und der braucht Zeit für Planung und Finanzierung.

Beispiel aus Jena: Fürstengraben

Am Fürstengraben wird derzeit die oberste Asphaltschicht (Verschleißschicht) erneuert. Diese schützt die Straße vor Wasser und Belastung und hat eine Lebensdauer von etwa fünf bis zehn Jahren. Auch wenn dort keine großen Schlaglöcher sichtbar waren, ist die Maßnahme sinnvoll: Sie dient dazu, die Straße langfristig zu erhalten und größere Schäden zu vermeiden.

Beispiel aus Jena: Camburger Straße

In der Camburger Straße ist die Situation anders: Hier ist der gesamte Straßenaufbau geschädigt. Über Jahre sind Wasser und Belastungen in tiefere Schichten eingedrungen. Eine einfache Sanierung reicht deshalb nicht mehr aus. Geplant ist ein grundhafter Ausbau, bei dem auch Leitungen unter der Straße erneuert werden. Aufgrund des Umfangs ist dies frühestens ab 2028 möglich. Bis dahin werden Schäden nur punktuell repariert – also Schlaglöcher geflickt. Diese Maßnahmen sind bewusst nur eine Übergangslösung, um die Straße weiterhin sicher nutzbar zu halten.

Warum dauern Reparaturen manchmal länger?

Straßenarbeiten sind stark vom Wetter abhängig.

  • Regen kann dazu führen, dass Asphalt nicht richtig verarbeitet werden kann
  • Kälte verhindert eine ausreichende Verdichtung
  • Auch technische Abläufe, etwa in Mischanlagen, spielen eine Rolle

Deshalb kann es vorkommen, dass Arbeiten unterbrochen und später fortgesetzt werden.

Alle Maßnahmen verfolgen ein klares Ziel:

  • Sichere Straßen für alle Verkehrsteilnehmenden
  • Erhalt der bestehenden Infrastruktur
  • Sinnvoller Einsatz von öffentlichen Mitteln

Ein besonderer Dank gilt dem "Flicktrupp" des Bauhofs, welcher in dieser Woche bereits in der Camburger Straße im Einsatz war.