Die Folgen des Klimawandels sind auch in Jena deutlich spürbar – besonders für die Stadtbäume. Längere Hitzeperioden, ausbleibender Regen und trockene Böden setzen den Bäumen zunehmend zu. Der Kommunalservice Jena (KSJ) investiert deshalb verstärkt in Bewässerung, Pflege und klimagerechte Nachpflanzungen, um den Baumbestand langfristig zu sichern.
Stadtbäume sind unverzichtbar für ein gutes Stadtklima. Sie spenden Schatten, kühlen ihre Umgebung durch Verdunstung, verbessern die Luftqualität und mindern die Überhitzung dicht bebauter Bereiche. Gleichzeitig leiden sie besonders unter den Folgen des Klimawandels. Thüringen zählt zu den Regionen Deutschlands, die sich besonders stark erwärmen. Trockenphasen beginnen häufig schon im Frühjahr und dauern länger an, während Niederschläge zunehmend als Starkregen fallen. Dieses Wasser versickert jedoch kaum und kann den Wassermangel im Boden nicht ausgleichen.
Die Folgen sind erheblich: Durch anhaltenden Wassermangel wird das Wachstum der Bäume gehemmt. Sie bilden vermehrt Kurztriebe aus, die Blätter verfärben sich und fallen vorzeitig ab. Zudem sterben Teile der Krone zurück, während die Neubildung von Feinwurzeln, die für die Wasser- und Nährstoffaufnahme entscheidend sind, stark eingeschränkt ist. Geschwächte Bäume sind anfälliger für Pilze, Schadinsekten sowie Sonnen-, Sturm- und Grünastschäden. Im Stadtgebiet verschärfen kleine Baumscheiben, versiegelte Flächen, begrenzter Wurzelraum und aufgeheizte Straßen den Trockenstress zusätzlich.
Der KSJ betreut rund 71.100 städtische Bäume, insgesamt sind etwa 77.500 Bäume im Baumkataster erfasst. Nach mehreren Dürrejahren sind bereits zahlreiche – auch ältere – Bäume abgestorben. Gleichzeitig ist der Bewässerungsaufwand deutlich gestiegen. Aktuell werden 2.273 Jungbäume im Schichtbetrieb mit einem 8.000-Liter-Wasser-Lkw versorgt, weitere 264 Bäume an schwer erreichbaren Standorten mit einem Multicar. Zusätzlich unterstützen Fachbetriebe des Garten- und Landschaftsbaus die Bewässerung.
Gerade in den ersten drei bis fünf Standjahren sind Jungbäume auf regelmäßige Wassergaben angewiesen, da ihre Wurzeln tiefere Wasservorräte noch nicht erreichen. Deshalb achtet der KSJ bei Neupflanzungen verstärkt auf klimaangepasste Baumarten. Ergänzt durch bewährte heimische Arten und eine hohe Artenvielfalt entsteht ein widerstandsfähiger Stadtbaumbestand. Trotz der Herausforderungen wird in Jena kontinuierlich nachgepflanzt. Bei vielen Straßen- und Infrastrukturprojekten entstehen sogar zusätzliche Baumstandorte – unter anderem in der Leipziger Straße, der Tatzendpromenade, am Hufelandweg, am Radweg Ostbad, in der Maria-Pawlowna-Straße, an der Lichtenhainer Brücke, im Wohngebiet Ölste, in der Thomas-Mann-Straße, der Nollendorfer Straße sowie aktuell in der August-Bebel-Straße.
Auch die Bürgerinnen und Bürger können helfen: Jungbäume sollten während Trockenperioden lieber seltener, dafür mit 60 - 100l Wasser gründlich gegossen werden – idealerweise morgens oder abends. Zudem sollten Baumscheiben nicht beparkt oder verdichtet werden. Schäden können über den Mängelmelder der Stadt Jena unter https://maengelmelder.jena.de mit Angabe der Baumnummer gemeldet werden. Auch Baumspenden leisten einen wichtigen Beitrag. Weitere Informationen finden Sie hier: Baum-Patenschaften | Baumspenden | KommunalServiceJena.
Ziel des KSJ bleibt ein gesunder, artenreicher und klimaresilienter Stadtbaumbestand, der auch künftigen Generationen eine lebenswerte und grüne Stadt sichert.